Meditation


Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln. Meditative Praktiken sind ein wesentlicher Bestandteil vieler Religionen. Im östlichen Kulturraum gilt sie als eine grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung. In westlichen Ländern wird sie auch unabhängig von religiösen Aspekten oder spirituellen Zielen zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens (z.B. Stressbewältigung) und im Rahmen der Psychotherapie praktiziert.

Es existieren vielfältige Meditationstechniken die man grob in zwei Gruppen einteilen kann:

  • die passive (kontemplative) Meditation, die im stillen Sitzen praktiziert wird und
  • die aktive Meditation, bei der körperliche Bewegung (z.B. gehen/wandern), achtsames Handeln oder lautes Rezitieren (von Mantras) zur Meditationspraxis gehören.

Diese Einteilung bezieht sich nur auf die äußere Form. Beide Meditationsformen können geistig sowohl aktive Aufmerksamkeitslenkung als auch passives Loslassen und Geschehenlassen beinhalten.

Yoga-Meditation wird als 8. Stufe des Yoga-Weges nach Patanjali im wesentlichen im Sitzen praktiziert. Im Rahmen des Yoga werden eine Reihe von unterschiedlichen Sitz-/Meditationshaltungen gelehrt von denen die berühmteste (aber auch die schwierigste) Haltung der sog Lotussitz ist.

Im folgenden sollen kurz die heute populären Meditationspraktiken beschrieben werden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass sich die Merkmale vieler Meditationsformen überschneiden und es für den Laien sehr schwer sein dürfte eine lupenreine Typisierung vorzunehmen.

Achtsamkeit (Mindfulness) Meditation 

Diese sehr populäre Art der Meditation wird ‚einfach‘ der gegenwärtige Moment betrachtet. Man nimmt ganz bewusst die momentanen Gefühle, die körperlichen Empfindungen und die Gedanken wahr ohne diese zu bewerten oder ihnen nachzuhängen. Gedanken registriert man und lässt sie weiterziehen. Jon Kabat-Zinn (Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) und auch Eckhart Tolle (The Power of Now) sind Vertreter/Autoren unter deren Namen man im Internet weitergehende Informationen zu diesem Thema finden kann.

Transzendentale Meditation

Die Transzendentale Meditation hat religiöse Wurzeln und wurde im Westen u.a. durch die Beatles bekannt, die diese Technik vom Maharishi Mahesh Yogi gelernt haben. Dabei werden zweimal täglich für jeweils 15-20 Minuten Mantras gesprochen/getönt/gesungen.

Mantra & Japa Meditation

Auch bei dieser sehr alten Art der Meditation werden Mantras, bestimmte Klänge oder göttliche Namen ausgesprochen oder innerlich aufsagend wiederholt. Oft werden Malas (Art von Gebetsketten/ Rosenkränzen) genutzt um die MantraS etc 108 mal zu wiederholen. Diese Art der Meditation ist sehr verbreitet nun vielen religiösen Traditionen wie Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sihkismus.

Geführte Meditationen

Unter Anleitung von Experten fokussiert sich der Meditierende auf bildliche Darstellungen, Energiezentren (Chakren), den Atem, Klänge oder unternimmt Reisen durch Landschaften oder den eigenen Körper. Aufgrund der Konzentration auf das Meditationsobjekt wird eine körperliche und geistige Entspannung erreicht. Für diese Art der Meditation sind viele Apps für Mobiltelefone, Tablets und Computer erhältlich.

Trataka Meditation

Diese Art der Meditation ist im Yoga weit verbreitet. Der Meditierende fokussiert die Augen auf einen fixen Gegenstand (z.B. gemalter Kreis oder figürliches Objekt) oder die bewegte Flamme einer Kerze. Nach einer bestimmten Zeit werden die Augen geschlossen und der betrachtete Gegenstand wird als Vision im Geiste gehalten. Erblasst die Vision im Geiste, so wird die Meditationssitzung beendet.

Durch die Konzentration auf den Gegenstand/Punkt/Kerze sollen alle Gedanken und sonstigen Wahrnehmungen verdrängt und somit der Geist zur Ruhe gebracht werden.

Bewusstseins Meditation

In der Bewusstseins Meditation wird ähnlich wie beim Trataka die Konzentration auf ein Ding gelegt, wobei es sich nicht exklusiv um einen figürlichen Gegenstand handelt sondern auch der Atem, ein Körpergefühl oder ein Mantra das Meditationsobjekt sein können. Die Aufmerksamkeit/das Bewusstsein ist ausgerichtet nur auf dieses Ding. Aufkommende Gedanken werden wahrgenommen, verdrängt und die Konzentration geht zurück auf das Objekt der Meditation.

Metta – (Loving Kindness) Meditation

Bei dieser Art der Meditation entwickelt der Meditierende das Gefühl der Liebe für

  • sich selbst,
  • einen guten Freund oder Familienangehörige,
  • eine neutrale Person,
  • eine ’schwierige‘ Person
  • alle vier Personen gemeinsam und
  • schlussendlich für das gesamte Universum.

Das Gefühl der Liebe wird den betrachteten Personen geistig zugesandt. Die Meditation wird verstanden als Umarmung der Seele und ist eine wunderbare Übung zur Kultivierung von Mitgefühl. In den Sozialen Medien wird regelmässig zu weltumspannenden Meta-Meditationen auf bestimmte Personen (z.B. Donald Trump) aufgerufen.

Vipassana Meditation

„Die Dinge sehen wie sie wirklich sind“ ist die Grundlage dieser Art der Meditation, die als die älteste indische Meditationsform gilt. Sie ist auch im Buddhismus weit verbreitet. Ausgehend vom eigenen Atem werden über die eigenen Sinnesorgane reale Geschehnisse wahrgenommen (z.b. vorbeifahrendes Motorrad) und unbewertet im Bewusstsein erfasst.

Mehr Details zur Meditation und der oben genannten Unterthemen kann im Internet abgefragt werden.